Horst Tress

1950 in Köln geboren. Neben diversen Tätigkeiten seit 1970 in der internationalen Kunstszene aktiv. 

Zahlreiche Veröffentlichungen, Sekundärliteratur in Kataloge, Magazine, Tagespresse, Illustrierte sowie Radio und Fernsehen.

 

Informationen über Ausstellungsbeteiligungen sowie Veröffentlichungen finden Sie bei Wikipedia unter folgenden Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Tress


Wie bei so manchen Kreativen fing alles bereits im Kindesalter an. Ich malte mit Wasserfarben, machte Collagen und hatte bereits im jungen Alter eine Mäzenin. Es war eine meiner Tanten, die bei mir ein gewisses Talent registrierte. Sie unterstützte mich mit Farben und Papier. Da mein Vater schon früh starb und meine Mutter nur eine geringe Rente bekam, entschloss ich mich, anstatt eine Kunstakademie zu besuchen, eine Schriftsetzer-Ausbildung zu absolvieren.

 

In den wilden 1968er wurde nicht nur mein politisches Interesse größer, sondern auch meine Zuneigung zur Kunst. Ging gegen den Vietnam-Krieg demonstrieren, las Heinrich Böll sowie Peter Handke und besuchte Kunstausstellungen. Nach der Gehilfenprüfung vollendete ich ein zweijähriges Werbegrafik-Studium mit Abschluss.

 

Mit 20 Jahren hatte ich die Möglichkeit, mich an zwei Kunstausstellungen in Köln zu beteiligen. Es waren das "Kölner Kunst, Kaleidoskop" in der Kölner Messehalle und der "Neumarkt der Künste". Letzterer wurde von Ingo Kümmel organisiert. Ein Kölner Galerist, der noch heute, lange nach seinem Tod als ein absolutes Genie in Erinnerung bleibt.

 

Parallel zu diesen Ereignissen wurde mir mit 20 Jahren eine Einzelausstellung in der belgischen Stadt Aalst eingerichtet. Der Galerist Roger de Hondt stellte meine Arbeiten, die noch nie in so einer großen Anzahl gezeigt wurden, den Besuchern vor.

 

Bei einer Beteiligung am Kölner Kunstmarkt lernte ich den Tausendsassa Gerd Winkler kennen. Er machte in den 1970er-Jahren die Rubrik "Kunstwetterlage" in der Zeitschrift Pardon, brachte Kunstbücher heraus und war einer der Autoren der "ZDF-Aspekte-Redaktion". Spontan besuchte er mich mit einem Kamerateam und machte einen 10-minütigen Film für das Kulturmagazin. Am Ende der Sendung wurde unter den Fernsehzuschauern erstmalig ein Kunstobjekt von mir versteigert.

 

Es folgten zahlreiche Zeitungsartikel, Rundfunkberichte und eine Beteiligung an einer Revue/Talkshow unter dem Titel "Die bunte Kuh". Diese wurde geleitet von den jungen Akteuren Hella von Sinnen, Dirk Bach und Jürgen Domian. Meine Kunst wurde im Saal der restlos ausverkauften Kölner Wolkenburg ausgestellt und ein Gespräch mit Jürgen Domian wurde mit Beifall vom Publikum bedacht.

 

Seit den 1970er-Jahren bekomme ich kontinuierlich Einladungen zu Gruppenausstellungen aus der ganzen Welt. Vornehmlich Mail-Art zieht ein weltumspannendes Netz um den gesamten Erdball. Es entstanden internationale Kontakte zu Künstlern, Galeristen und Kunstinstitutionen. An dieser Kunstform, die dem Fluxus nahesteht, beteilige ich mich bis heute.

 

1970 habe ich im Eigenverlag die Buchmappe ANGST herausgegeben. Künstler zum Thema Umweltschutz, unter anderem mit Jochen Gerz und Wolf Vostell.

 

1976 fand eine Mail-Art-Ausstellung in der damaligen DDR statt. Der Atelierbund Erfurt zeigte einem eingeweihten Personenkreis Beuys, Friedman, Manigh, Rehfeldt und Tress.

 

Viele Anekdoten begleiten meinen Kunstweg: Mit Beuys, Staeck, Vostell und einigen anderen Mitstreitern klopften wir minutenlang mit unseren Schlüsseln an die Eingangstüren des Kölner Kunstmarktes, um eine Demokratisierung für alle Galeristen und Besucher einzufordern.

 

In einer Gaststätte auf der Kölner Zülpicher Straße stellte ich 1979 Joseph Beuys aus. Dieses Spektakel entstand aufgrund einer Wette mit der Schauspielerin Dana Cebulla. Sie meinte, dass es unmöglich wäre, dort Beuys Arbeiten zu zeigen. Mithilfe von Klaus Staeck konnte ich sie vom Gegenteil überzeugen. Einen Monat hingen die handsignierten Werke an den Kneipenwänden, wo geraucht und getrunken wurde. Nichts wurde gestohlen oder beschädigt. Bis auf einige wenige Arbeiten wurde alles verkauft.

 

1998 Kölnisches Stadtmuseum - "Zwischen Leben und Tod". Eine Ausstellung an deren Kuration ich beteiligt war.

2019 lud mich Yoko Ono ein, einen Beitrag für Ihre Ausstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig beizusteuern.

2019 Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch Gladbach, Ausstellung "KUNST ist immer eine Behauptung. SAMMELN auch. 50 Jahre Sammlung Kraft". Unter den gezeigten Kolleginnen und Kollegen Polke, Richter, Beuys, Gilles, Kahle, Bühl, Rauschenberg, Lichtenstein, Arman, Uecker, Mack und Vostell.

2020 Museum Villa Flora in Winterthur (Schweiz), Ausstellung "Zimmerecken" vereint Objekte in und um Raumecken. Werke von Bazon Brock, Robert Filliou, HR Giger, Dick Higgins, Martin Schwarz, HA Schult, Jürgen Raap, Timm Ulrichs, Horst Tress, Herbert Distel, Jürgen O. Olbrich, Stefan Wewerka, Ben Vautier und Joseph Beuys interpretieren das Thema auf vielfältige Weise – in unterschiedlichen Techniken, Stilen und Perspektiven.

2020 - Ich bin in der Ausstellung "Stay Home – Mail Art!" im Kreativlabor Studio 2 im Kaiser Wilhelm Museum, Krefeld, in einer der Vitrinen mit sieben Fluxpostphotos vertreten.